blog jan. – dec.2020

*11.12.2020

Poems to the sea, Cy Twombly, 1959.

*17.11.2020

 

 

 

 

 

 

 

 

ÜBER DAS SCHREIBEN: Helene Cixous im Gespräch mit Peter Engelmann

*13.11.2020

RESET (2020) is a new moving-image work by Alberta Whittle.

*07.11.2020


Kurz, die Beschränktheit der Naturwissenschaften in Bezug auf die natürliche Welt besteht in der Unfähigkeit, mit ihrer wichtigsten Determinate umzugehen: dem menschlichen Handeln und der menschlichen Subjektivität. Diese sind zu Recht Domäne der Politik. Die Beschränkheit des politischen Handelns liegt wiederrum darin, dass es nicht die imaginativen Mittel hervorzubringen vermag, deren es bedarf, um die Beziehungen der Menschen zur Natur neu zu denken. Und doch lautet die Wahrheit, dass neue Strategien ohne ein derartiges Neudenken unmöglich sein werden.

Die Beziehung zwischen Menschen und ihrer Umgebung beinhaltet ein Spektrum von Erfahrungen, das so gewaltig ist, wie es sich der menschliche Geist nur vorzustellen vermag — es reicht vom Wissen des Fischers über die Stromschnellen eines Flusses, bi zu den Mediationen des heiligen Franziskus von Assis; vom Staunen eines Kindes über einen Schmetterling bis zum öffentlichen Aufschrei wegen einer Ölpest. Die gewalten Dimensionen dieses Spektrums von Erfahrungen stellen den Grund dar, weshalb die Beziehung des Menschen so stark über fiktionale Vorstellungen von ihr gesprägt ist —
ob sich dabei um die Geschichten eines Autors wie Bernading de Saint-Pierre handelt,
um eine Legende wie Bonbibi, oder einen Roman wie Herman Melvilles unvergleichlichen Mobby Dick. Es ist meine Überzeugung, dass nur die Literatur eine Leinwand bereitstellen kann, die weitgespannt genug ist, um diese Beziehungen in all ihrer Dimension zu behandeln; nur in der Literatur ist es Möglich eine Versöhnung zwischen Bonbibi und dem Einsiedlervon Saint Pierre herbeizuführen, zwischen den Bemühungen eines Naturwissenschaftlers, der entschlossen ist, dass Aussterben einer Spezie zu verhindern, und die Bedürfnisse eines Fisichers der jagen muss, um zu überleben. Wenn die Natur also auf eine Weise neu vorgestellt werden soll, dass die Gegenwart des Menschen — nicht als Räuber, sondern als Partner — in ihr wieder hergestellt wird, muss auch dies zunächste als Geschcihte erzählt werden.  (Amitav Gosh, Wildnisfiktionen)

 

*06.11.2020

Gastkommentar im Standard

„Leg die Waffen weg und setz dich her zu mir“: Irmgard P. erinnert sich an eines der Opfer des Terroranschlags von Wien – ihre Schwester

Ein Nachruf für jene 44-jährige Frau, die am Montag getötet wurde.

Irmgard P.
Zwei Frauen und drei Männer – darunter der Attentäter – starben am Montag in Wien. In dem Nachruf auf eine der ermordeten Frauen erfahren wir mehr über sie und darüber, was sie zu Lebzeiten bewegt hat.
Foto: Christian Fischer 

Am 2. November so gegen 20 Uhr waren fünf Personen zur falschen Zeit am falschen Ort. Alle fünf sind jetzt tot, eine davon war meine Schwester.

Gudrun war eigentlich nicht zur falschen Zeit am falschen Ort, sie war in einer gut gelaunten Runde von Kollegen auf ein After-Work-Bier. Sie war entspannt und fröhlich, noch mal die Gelegenheit nutzend, an einem lauen Herbstabend bei einem Bier nach einem Arbeitstag mit Kollegen zusammenzusitzen. Ort und Zeit waren für sie schon sehr okay. Neben all den vielen anderen Menschen war auch ein junger Mann in der Nähe, der offensichtlich für sich nur noch den Weg als einzig möglichen gesehen hat, schwer bewaffnet und um sich schießend möglichst viele Menschen zu töten, bevor er selbst getötet wird. Die beiden sind aufeinandergetroffen – und jetzt trauern wir, um eine „ältere Dame“.

Für Schwächere eingesetzt

Die ältere Dame, die 44-jährige Frau, von der nun berichtet wird, das zweite weibliche Opfer, war meine Schwester, aber sie war so viel mehr. Sie war eine liebende Lebenspartnerin, Tochter, Schwester, Enkelin, Nichte, Tante, Cousine – und sie war sehr, sehr vielen Menschen eine gute Freundin. Sie war eine geschätzte Mitarbeiterin und eine beliebte Kollegin. Sie hat sich seit ihrer Kindheit für Schwächere eingesetzt, sie war sehr engagiert im Schutz von Frauen vor Gewalt. Sie war eine große Verfechterin von Toleranz, sie war Betriebsrätin, sie war Mediatorin und wollte immer vermitteln. Für sie war ein Mensch in erster Linie ein Mensch, Geschlecht, Hautfarbe, Herkunft, gesellschaftlicher Stand, Aussehen, Glaube, Ansichten, Vorlieben waren nebensächlich und alles okay, solange kein anderer Mensch dadurch verletzt, gekränkt oder herabgewürdigt wurde.

Weil sie am 2. November war, wo sie war, muss ich jetzt ihr Begräbnis organisieren. Wäre sie nicht dort gewesen, würden wir nun möglicherweise zu zweit zusammensitzen und uns darüber austauschen, was da passiert ist, im ersten Bezirk, gleich neben ihrem Büro. Ich denke darüber nach, was wohl ihre Meinung gewesen wäre.

Sie hätte gesagt, dass Wut, Hass, Ausgrenzung, Nulltoleranz, Gewalt niemals Teil einer Lösung sein können, aber dass sie sehr oft Teil des Problems sind. Wir hätten uns erinnert, wie schwierig es war in jungen Jahren, unseren Weg zu finden, und dass wir eigentlich das Glück hatten, immer Menschen um uns zu haben, die uns Wege gezeigt haben, die nicht nur mit Gewalt begangen werden können. Dass wir Teil einer liebenden Familie waren, anerkannte Mitglieder von Klassen, Gruppen, Freunden und Vereinen. Wir wurden gesehen, anerkannt und in unserer Persönlichkeit wertgeschätzt.

Wir haben Bildung erhalten, die es uns ermöglicht hat, Vorbilder für ein friedliches Zusammenleben zu finden, die uns mutig gemacht, aber auch wachsam und achtsam gegen Beeinflussung. Wir durften in einem Umfeld aufwachsen, das uns gelehrt hat, uns nicht zum Spielball von Mächtigen und Manipulatoren machen zu lassen. Hätte meine Schwester die Macht gehabt, sich auszusuchen, wie sie in dieser Situation handeln könnte, hätte sie sich gewünscht, diesem jungen Menschen sicher vor Kugeln gegenübertreten zu können. Sie hätte ihn sicher ziemlich forsch angesprochen und gesagt: „Hör sofort auf mit dem Scheiß, das ist doch Blödsinn. Leg die Waffen weg und setz dich her zu mir. Erzähl mir, was dich so wütend macht.“ Und ich weiß, sie hätte so lange mit ihm geredet, diskutiert und gestritten, bis er gesehen hätte, es gibt viele Wege für ihn und nicht nur diesen einen. Aber niemals hätte sie gesagt „Schleich di, Oaschloch“.

„Bietet Hilfe an“

Wenn meine Schwester noch sprechen könnte, sie würde sich für die Anteilnahme bedanken. Aber als Nächstes würde sie sagen, ihr nützt diese Anteilnahme nichts mehr. Sie würde euch bitten, eure Anteilnahme den Lebenden zu geben, die sie brauchen. Sie würde euch bitten, wo immer es euch auch in eurem Umfeld möglich ist, grenzt nicht aus, sondern integriert, beantwortet Aggression nicht mit Aggression, sondern mit einem deutlichen „Stopp, so nicht“, und dann bietet Hilfe an. Die Welt könnt ihr nicht ändern, euer Verhalten aber schon.

Alle, die sie gekannt und geliebt haben, werden sie ganz furchtbar vermissen, die meisten von uns werden aber deswegen nicht mit Hass auf den Menschen reagieren, der sie mit in den Tod genommen hat. Wenn ihr meine Schwestern und ihr Andenken ehren wollt, dann bitte ich euch alle, auch nicht mit Hass und Ausgrenzung zu reagieren, das würde alles, wofür sie gestanden ist, gelebt hat und eingetreten ist, mit Füßen treten. (Irmgard P., 6.11.2020)

*04.11.2020

adrienna maree brown: On vulnerability, playfulness and keeping yourself honest*

 

*23.10.2020

Infinity. Refine, define, try to be fine.
Some notes related to Roy Anderson „Unendlichkeit“. 18.10.2020 Admiral Kino, Wien.

Some issues. Some traces of pain. Of unsolved questions. Maybe. The birds in the sky to start with. Are they coincidental? Do they come to tell us something? Or are they programmed to complete the picture? Are they just in our mind? – In my mind, I like to see these grey fleeting spots forming my perfect V in the sky as wild geese traveling together. Like to see them as some signs of freedom. As if they kept on going their own ways untouched by problems of politics and power. Which is of course not true. Also, the birds are largely affected by our troublesome human existence and greed. Affected by the human propaganda of never being enough, the lack of solidarity.

Different shades of grey, beige and brown dominate these tableaux painted with light. The camera does not move and shows just single positioned shots of places. There the sky has swallowed all colors, the skins and surfaces have no inner glance to reflect light. We see situations we all know. Absurd problems of humankind, little stories of big fears of little people: of a man who distrusts banks and saves his money under his mattress. Of a woman who thinks that no-one is waiting for her. Of a woman who likes champagne. Of a loving couple floating in the air over a destroyed city. A contemporary Jesus is carrying a cross, being whipped and beaten by women and men in clothes and uniforms we know of today. What an anachronistic artificial figure, I think. But with the duration and repetition, which is just long enough, I suddenly register, this is probably how it happened. And yes, that is probably how it still happens: The chefs, the colleagues repeating: „Stand up! Continue!“ while hitting you from behind, making your knees buckle. Even helping you to stand up again, just to beat you down again. This scene, we learn, as the film continues, is the nightmare of a priest who has lost his faith. Still the question remains, and keeps coming back in the movie: what to do if we lose our faith in God? Can we believe in faith without a God? Is it possible to believe and enjoy life just like that? Find joy. Insisting that life is „fantastic“ as the man in the bar needs to express: Isn’t it all fantastic?

The words and dialogues become like sculptures in these little situations, which mostly take no longer than 3 minutes. Although there are very simple and often repeated sentences, it is as if the people were sending each other strange sounds, unable to assume that they are understood. It is the situation, the posture, the acts and interactions (or lack thereof), and last but not least time, which are the major components of these moving tableaux.

The scenes are like songs. It seems extraordinary to see such a strictly structured, composed movie in a movie theater. If I were to see the film in a museum, its factitiousness would probably turn me off and I would not take the time to sit and receive scene by scene. But here in this old cinema, sitting in velvet chairs in the dark, among my friends and a few other people who agreed to spend this time together, sharpens my awareness. Though the pale colors and grayness presented make the already well-known winter depression nearly palpable. Yet, different grades of colors shine shyly through the beige and brown as if to invite one to just take enough time to see the beauty. The almost endless procession of prisoners of war on their way to a prison camp in Siberia might be a timeless image for the manifold issues that will hardly be solved by mankind: violence and freedom i.e. imprisonment of our souls, in our life and on a political scale, exposed to forces we never can control. As in the film’s last scene, where a man on an endless lonesome road does not know how to fix his car. But the flock of birds is there, as in the beginning, flying through an endless sky.

Nietzsche’s eternal return resonates in the single scenes and also informs the overall composition, The endless line of the road, the horizon and the vastness of an open sky.

Looking for the composers of the soundtrack from the movie, I read that Roy Andersson was inspired by the stories from One Thousand and One Nights. And indeed now I remember the soft voice of a woman introducing the scene with just one line: „I remember a man / a woman who…“ Another inspiration for the background of Andersson’s cinematic genre films is Swedish functionalism of the 1950s with its cold, faceless, pompous architecture, in which people seemed lost and acted as if in front of theatre sets. Andersson also drew inspiration from painting, such as the New Objectivity and Otto Dix, also from Edward Hopper and Marc Chagall, for example, his „Above the city“ for the opening sequence with the couple hovering over war ruins.

Somewhere a thought is lingering; that it is a pity that Anderson just cast white people – even if the similarity to Otto Dix figures is indeed striking and one could reassure oneself that this kind of strangely and lovingly distorted figures reach beyond any cultural significations. Like that the tableaux relate more to a kind of nostalgia from the 1950ies than our society today.

Maybe Andersson wanted to invite us into the astonishment of the young people in a little room in a skyscraper, wondering that everything is made from energy. Meaning also themselves, this boy and this girl right there are just energy. And probably we spectators are also just energy. Since energy cannot disappear, only transform, the boy and girl might meet again as a potato and a tomato somewhere in hundreds of years. I wonder what U would like to transform into. How about you? (SH for Jeroen P. in memory of „Around the corner“ a project by Jack Hauser & Jeroen Peeters)

 

 

*20.10.2020

„Die „Sekundenskulpturen“ von Margot Pilz zeigen verschiedene Bildsujets, für die sich die Medien- und Konzeptkünstlerin mit Selbstauslöser in unterschiedlichen Posen porträtiert hat. Diese inszenierten Schwrz-Weiß-Fotografien aus den späten 1970er Jahren sind auch die Vorgänger der „One-Minute Sculptures“ des österreichen Künsterls Erwin Wurm, in dieser runde 20 Jahre später konzepieren wird.“ (Albertina Modern, The Beginning. Kunst in Österreich von 1940 – 1980)

Foto: esel

*15.09.2020

Kleine Notiz zum symbolisches Kapital <–> symbolische Gewalt: Als Zeichen gesellschaftlicher Anerkennung und sozialer Macht bzw. sozialer Gewalt verleiht das symbolische Kapital Prestige, Reputation, Ehrenzeichen, Privilegien und Positionen. Dies geschieht vor dem Hintergrund der Verfügung über die anderen Kapitalsorten, die Akteure und die verschiedenen Klassen vermittels einer distinkiven Sprache und anderer körperlichen Ausdrucksformen, wie Kleidung, Stil und Verhalten.
Es ist zwar möglich, symbolisches Kapital von jedem anderen Kapitaltypen herzuleiten, trotzdem kann es aber nur dort erfolgreich eingesetzt werden, wo es von den Kontrahenten vor dem Hintergrund eines gemeinsamen kulturellen Musters als Überlegen erkannt und anerkannt wird. Laut Bourdieu ist es

…“jene sanfte, für ihre Opfer unmerkliche, unsichtbare Gewalt, die im Wesentlichen über die rein symbolischen Wege der Kommunikation und des […] Anerkennens oder äußerstenfall des Gefühl ausgeübt wird.“

 

 

*20.09.2020

Photo: Elena Peytchinska

„Von Händen und Sonden“ by Elena Peytchinska, Thomas Ballhausen and Jeannot Schwarz @ Extra Raum

For the opening performance by Sabina Holzer:
Sometimes stars allow us to become handles with which we can try to approach the world.
Even words sometimes hold this helpful geometry for us. Like the word: spaceship.
Create 8 gestures to explore and expand this phenomenon.
What touches you can become a model for the future.

1. Gestures of holding on as an extended embrace.
2. Measuring in-between spaces.
3. Listening.
4. Only if I am silent I am invisible.
5. Reconfigurating the space.
6. Trace and touch what is there and not there.
7. Be surprised.
8. Sometimes be particles, sometimes be waves. Sometimes both.


For Elena Peytchinska und Thomas Ballhausen 


Photo: Elena Peytchinska
*15.09.2020

 


The wonderful and marvoulous Emma Peel! R.I.P.

*30.08.2020

 

…“Vielleicht lässt sich eine Verhaltenslehre aufstellen bezüglich der Weisheit der Tiere. Die Weisheit des Leoparden zum Beispiel geht noch über seine brennende Geduld hinaus. Die ruhige Souveränität einer soliden Raubkatze, ihre Fähigkeit störendes, assoziatives Denken zu verhindern, die kleinsten gaben der Welt ringsum zu genießen, machen aus ihre eine Meisterin häuslicher Weisheit, die bestimmt die Gelehrtersten inspiriren würde; der Leopard könnte ein Lebenskonzept entwickeln, das die Menschen, jene sozialen, ganz den Spielen der Macht und Einfluss hingegeben Primaten nicht haben erfinden können. Aus Gründen der Evolution hat die solitäre Raubkatze eine Verhaltensform entwickelt , die einer Souveränität ohne Untertanen gleich kommt. Man könnte auch sagen, wie kann jemand König sein, der über niemanden Macht hat? – es ist ein Paradox; er besitzt iemanden und wird folglich auch von niemanden besessen. Betrachetet man die Bewegungen des Leoparden auf dem Bergkamm oder die eienr Katze im Wohnzimmer, wird klar, dass sie ein Ethos des Majestätischen erreicht haben, das die großen Könige der Menschen selten erlangten. Ihr Unabhänigkeit ist das ethologische Prinzip der Könige ohne Königreich; sie sind unenthronbar, weil sie nichts zu verlieren haben; unmöglich unserer Macht zu unterwerfen, weil sie über niemanden Macht haben. Die solitäre Katze ist eine Herrscherin ohne Imperium, ihr Reich besteht aus ihr selbst. NIcht Weichlichkeit oder Hilfsbedürftigkeit liegt im Verhalten des Leoparden; denn er hat kaum Lebensbedürfnisse, die er nicht selbst stillen könnte; daher ist seine Zuneigung so etwas wie eine Gabe um ihrer selbst willen, keinesfalls Ausdruck einer Abhängigkeit.“ (Baptiste Morizot, Philisophie der Wildnis – oder – Die Kunst vom Weg abzukommen, S93.)

 

 

*05.06.2020

[hmm] – Howls & Murmurs for endangered futures 

 

*04.06.2020

f
from David Lynch’s weather report


*30.05.2020

(Aus dem Tanz geschrieben)

diese Lieder
dieses Singen
diese Linen, sie verschwimmen mit der Zeit

diese Form, als Repräsentation eines Prozesses
der angehaltene, ausgedehnte Moment
ein Wort

ein kleines Schweben
das den Sommer herauf kam
Blume

dieses Wort, das vergibt
sich in eine Freiheit blättert

in Licht und Farbe,
einen Raum, ein Membran
durchlässig, fast vergeblich.


kindheitssonnenblume, 31.05.2020

 

*25.05.2020

Thank you for your awareness without awareness while offering paths of (self) healing. For remembering to connect to memories for the future to come in this special hotchpotch night. Sharing our restless dreams by becoming a monkey mind feeling the water call.
With all those sensations in our throat, still having to READ THIS FIRST without forgetting these leaves of the oak we shared. Without being able to forget the mutual DESPAIR in the presence of the fingertips. What we told each other is: Arrive fast please, then enlarge yourself! Move through the air and find 17 way to dissolve the falling!
You wonder, how doubting melts things together? Take a piece of paper for this complex confusion. 4=2+2. Restart and repeat. Go to the first thing you touched in order to reach your goal. Please, even when you are stuck, practice to transcend into happiness. You are in the another and miss the other.

This is a poem-score composed by single sentences of scores developed by the group of wonderful students from SEAD, who I was happy to teach and accompany for 3 weeks online. 

 

*06.05.2020

(aus dem Tanz geschrieben)

some ink fingers touch tree surfaces

as golden sunlight shivers
and the spine becomes
a thread with long triangle tails
the flesh is the ground 
beneath 
some lifting and floating
low low breath
some honey bees songs
embraced by shadow-blue minds
collecting, connecting 
in soft and endless releases


silent ways, 05.05.2020

 

*01.05. 2020

 

DIE KUNST IST NICHT ALLES. ABER ALLES IST NICHTS OHNE KUNST.
   
1.Mai, Endkundgebung Heldenplatz Wien

 

*29.04.2020
Dear all!

There was a statement the other day in the news paper, which I would like to share with you:

What art can do: reveal what lurks in the abyss. To show what makes people human. Bridging the gap between the strange and the familiar. Making it possible to experience what and how others feel. Communicate knowledge with feeling. Mercilessly shatter borders to use the vibration to broaden the horizon. Allow a smile in the heart of darkness, a smile against the danger. Weigh in your sleep and make you tremble and dance. Guides to silver lining the horizon. Bring lovers together and heal loved ones. Keeping the memory of the vanishing alive, reassembling the bursting inner life piece by piece. 
Especially in times of need, art is a support, a beacon in the restless night, a distraction from worry and a place to catch your breath.
This admonishing, healing, comforting and accompanying art lives and resonates through those who create it. 
And it is precisely the artists who are threatened at the very roots of their existence, when stages and museums are closed, when concerts are canceled, when the lectern remains unused. A country that celebrates itself as a cultural nation must find concrete answers to all of this. Words of thanks are definitely not enough. What art can do is varied. What art can do right now: go to the dogs. (Julya Rabinowich, April 26, 2020)
Let’s embrace and connect to our possibilities to create and explore; – especially in theses times!
Dance on and keep shining —
Love, 
Sabina

 

*20.04.2020

 

  
  

count my rings to count my years
open up spaces & let memories breath
leaves are living a different time
vertical stretches bound to children games
reach through the air
there is some light around your heart

(while spine tender trees)

 

*18.04.2020

 

   

green weather report
some music memories
always ready for some jokes
young feathers underneath
weaving grass and winds
(while spine tender trees)

 

*14.05.2020

while spine tender trees (sh), poetic of scores 2020
Happy to teach „poetic of scores“ @ sead to a bunch of wonderful students.

 

*12.04.2020

Nichts anderes

Nichts anderes als die
Körperbewegungen
aus dem Innersten
auf dem Weg.

Pulsierend für die Gemeinschaft
führt sich die Sprache selbst
hinzu zur
neuen Zeit.

Auf diese Weise
leise schöpfen
den Kriechtieren zuhören,
mit ihnen reisen.

Vielfältige Formen entfalten
Sonne und Winde zeigen 
unsere
unheilbaren Sprachfehler. (sh)

 


Was ist ein poetisches Leben? (Textvorbereitung)

 


Samuel Beckett

*07.04.2020

Die Zukunft wird kommunistisch sein. Schon alleine aus der Not, aus den kommenden allgemeinen Knappheit heraus werden wir zu vielfältigen Formen einen Tauschs ohne Geld kommen müssen: Zeitbanken, Naturalientausch, gegenseitige Hilfe, Kommunen, Genossenschaften, Freundschafts- und Nachbarschaftsnetzwerke aller Art. Alterwohngemeinschaften, gegenseitige Kinder- und Altenbetreuung; ausgefeiltes Leih- und Tauschwesen für Möbel, Bücher und Werkzeuge, nicht mehr nur für Bücher, Musik und Filme. Viel mehr werden wir miteinander teilen müssen, die Freunde, die Kinder, die Verwandten; die Wohnungen und Automobile, die Transportausweise und die Telefon- Internet- und Fernsehanschlüsse. Die bürgerliche Kleinfamilie mit all ihrem „Eigentum“, ihren Wohnformen und ihrer gewohnten Arbeitsteilung – das wird sich alles als eher unpraktisch erweisen im Kontext kommender Knappheit von Renten, Wohnraum und staatlicher Infrastrukturen aller Art.

Andere Besitzverhältnisse und Gebrauchsweisen der Dinge, andere Raum- und Zeitordnungen werden wir zu vertiefen, zu erfinden und einzuüben haben. Sind wir jetzt schon reif dafür? Es bleibt uns vermutlich nichts anderes übrig, als all dies zu lernen. Das bürgerliche Individuum, auf dessen Kritik, Zersetzung und Überwindung in der Kultur des 20.Jahrhunderts so viel Mühe verwendet wurde — es wird sich im Rahmen sozialer Alltagspraktiken selbst um formen. Denn die sozialen Bindungen und Freundschaften werden in Zukunft ungleich wichtiger werden. (Michael Hirsch, Richtig / Falsch, Textem Verlag Hamburg 2019, S. 152)

 

*31.03.2020
ein tier mit langen teilen
die deuten
um etwas herum

diese korbkugel dort

 

das dunkelhelle 
die offene mitte

dort wollen sie hindurch

 

hinzu zu etwas mitte
zu einem sanften gleiten

entstanden hier

 

in einer 
eigenartigen 

coronischen unwirklichkeit

 

will es nicht 
gefangen sein

in eigen artiger abstraktion

 

verkleinerung der welt
fließe 

fließe weiter

 

bleibe nicht dort bei 
gezeter und gezerre

sondern wo die luft anders ist

 

der raum 
etwas fliegen

es soll langsamer werden

 

warum auch nicht
sich der mitte hingeben und
anderes sprechen lassen
das tier
Ich wollte und dachte Besuch des Hasen, aber es ist ein etwas irritierter Geselle
geworden, der mich da plötzlich anblickt, aus mir rausblickt. (31.03.2020 SH)

 

 

*29.03.2020

Traum vom Fell an meiner Schulter

 

 

*25.03.2020

https://www.e-flux.com/video/324452/serpentine-galleries-and-e-flux-present-formafantasma-nbsp-quercus-2020/

 

*22.03.2020

Lesen, eine Situation, ein Material sinnvoll=sinnlich zu erfassen.

 

*21.03.2020

“To learn which questions are unanswerable, and not to answer them: this skill is most needful in times of stress and darkness.”

“The only thing that makes life possible is permanent, intolerable uncertainty: not knowing what comes next.”
― Ursula K. Le Guin, The Left Hand of Darkness

 

 

*18.03.202

(drawing blindly)

… Das Becken (Pelvis) ist eine Schale, die aus Kreisen, Löchern und Bögen besteht. Es beihnhaltet die Verdauungs- und Fortpflanzungsorgane, enthält den Geburtskanal und bildet den Durchgang für den Abtransport von Verdauungsrückständen. Außerdem schafft es Wege für Nerven und Blutgefäße, die zu unteren Extremitäten führen, und liefert die Anheftungsflächen für die vielen Muskeln, die das axiale und appendikuläre Skelett verbinden. Die Schale des Beckens schwingt frei um die beiden Köpfe der Oberschenkelknochen (Femora) und verbindet sich hinten mit dem Kreuzbein und der Wirbelsäule… Die vielen Löcher im Becken schaffen Leichtgkeit, und die Kurven und beweglichen Gelenke leiten den Druck durch die gesamte Struktur weiter um Stöße zu neutralisieren. Die Beweglichkeit der Struktur schafft ihr Stabilität. …(Andrea Olsen in Zusammenarbeit mit Caryn McHose, Körpergeschichten)

 

*16.03.2020

… Covid-19 löst ganz andere Reaktionen aus: In schier unmöglich gedachter Geschwindigkeit werden Reiseverbote erlassen, Grenzen, Universitäten, Schulen geschlossen, das öffentliche Leben beschnitten und die internationalen Produktionsketten unterbrochen. Flüge werden gestrichen, Fabriken heruntergefahren: Der globale CO2-Ausstoß ging in den letzten Wochen stark zurück – und das auch aufgrund einer Panik, die eigentlich nicht auf dem ökologischen Problem fußt. Abseits von virologischen Kalkülen, gesundheitspolitischen Rationalitäten und Clickbait-Panik sollte auch die Frage gestellt werden, inwieweit sich hier nicht auch gerade ein Bedürfnis nach Panik in unseren ökologisch katastrophalen Lebensweisen äußert.

Gleich vorweg: Die Bedrohung des neuartigen Covid-19-Virus ist real, dies kann niemand abstreiten. Mit einer Inkubationszeit von zwei Wochen bei gleichzeitig hoher Infektionsrate ist der neuartige Coronavirenstamm ein virologischer Albtraum, dessen Ausbreitung kaum zu stoppen ist. Aktuelle Schätzungen besagen, dass vielleicht bis zu 40 bis 70 Prozent der Weltbevölkerung von dieser „globalen Pandemie“ (so nun die offizielle Einstufung der WHO) letzten Endes infiziert sein werden.

Dennoch ist Panik, wie sie sich in Hamsterkäufen, Liveticker-Updates zur Zahl der Infizierten und übereilten wie teils auch ineffektiven Quarantäneerlassen äußert, fehl am Platz. In der panischen Affektlage des momentanen Diskurses heizen die Katastrophenszenarien die gesellschaftliche Stimmung in einer Weise auf, dass fast alle Maßnahmen unkritisch akzeptiert (und teils sogar eingefordert) werden.

Doch hört man auf nüchtern gebliebene Stimmen wie etwa jene des Infektiologen Pietro Vernazza, ist die Mortalitätsrate, bei Berücksichtigung der hohen Dunkelziffer der Infizierten ohne Ausbruch von Symptomen, wahrscheinlich weit unter den derzeit veranschlagten ein Prozent. Erinnern wir uns: Vor gut einer Woche war noch die Rede von zwei Prozent.

Die Bevölkerung wird sich höchstwahrscheinlich langsam immunisieren und auch Impfstoffe werden vermutlich schon in diesem Monat an Proband_Innen getestet. Es wird zu einer tragischen Anzahl an Toten kommen, aber ob diese die Zahl von Opfern häuslicher Gewalt, ökologischer Schäden, Verkehrsunfällen oder schlichtweg anderer Viren weltweit in selber Zeit übersteigt, bleibt mehr als fraglich.

Es gibt sogar bereits – zugegebenermaßen etwas an den Haaren herbeigezogene – Gegenrechnungen, die besagen, dass aufgrund des Coronavirus und der ökologisch positiven Auswirkungen der Beschränkungsmaßnahmen weniger Leute sterben werden, als wenn es den Virus nicht gegeben hätte.

Wie kann es also zu dieser vielfach panischen Reaktion angesichts des Coronavirus kommen? Die Philosophin Isabelle Stengers bezeichnet die emotionale Grundhaltung unserer sich der ökologischen Katastrophe bewusst werdenden Gesellschaften als „kalte Panik“. Wir – die in Flugzeugen fliegen, reichen Konsumgesellschaften angehören und von globalen ökonomischen Ungleichheiten profitieren – wissen um unsere Komplizenschaft an der schleichenden Öko-Katastrophe, die uns nicht nur überrollen wird, sondern mit der wir alle mitrollen. Es ist die Normalität des zu großen ökologischen Fußabdrucks, die die Katastrophe ist. Doch vor dem, was normal ist, kann man schwerlich in Panik geraten. …. (Kilian Jörg) Hier der ganze Text zu dem Umgang mit dem Corona Virus.)

 

*10.03.2020

Ausschnitt von dem Text von Elisabeth Schäfer für philosophers & artists against border violence, Heldenplatz, Vienna, 06.03.2020

….1992 sind in deutscher Sprache die beiden zwei Essays Jacques Derridas erschienen, die sich Europa, seiner Identität und Kultur widmen. „Das andere Kap“ und „Die vertagte Demokratie“. Derrida hält darin fest, dass ein unsorgfältiger Gebrauch der Worte „Kultur“ und „Identität“ den Eindruck erwecke, der Name „Europa“ bezeichne ein eindeutiges mit sich selbst identisches, geschlossenes Gebilde, dessen Beständigkeit vor allem durch Wertvorstellungen der Menschenrechte und des parlamentarischen Staatsgefüges gegeben sei. Mit Blick auf sich somit bereits vor über 20 Jahren anbahnende Verhältnisse in Europa schreibt Derrida: „Gerade im Namen der Identität (kulturell definiert oder nicht) wird hier nun die schlimmste Gewalt entfesselt, ereignen sich die schlimmsten Gewalttätigkeiten […], die Verbrechen der Ausländerfeindlichkeit, des Rassismus, des Antisemitismus, des religiösen oder nationalistischen Fanatismus.“ Im Rückblick auf seine Vergangenheit – so gewinnen wir den Eindruck aus Derridas Aufzeichnungen aus den frühen 90er Jahren – müsste sich also eine geradezu monströse Zukunft abzeichnen, wenn Europa sich selbst ähnlich bliebe; denn Derrida erinnert uns an jene furchterregende kulturelle Konfigurationsgeschichte, durch die Schlag auf Schlag durch Ausschlüsse, An- und Ausschließungen und serielle Ausrottung jenes „Gebilde“ Europa erst zustande gebracht wurde. Sich gerade nicht ähnlich zu bleiben, dazu fordert Derrida Europa auf – er fordert es auf, sich jenes in sich differenten Moments anzunehmen, das es schließlich ausmache.

 

*07.03.2020

dear friends & colleagues,

you will have seen the pictures of the border with greece in the past days and heard the words that european politics has found or not found.

a small group of philosophers and artists has decided to make a protest announcement on friday, 06.03.2020 between 15:30-17:00 on the heldenplatz at the memorial for the victims of the nazi-justice in front of the bundeskanzler-amt. short speeches will be presented – please feel free to participate in this – and signs with demands for respect for human rights, human dignity and hospitality will be shown.

many thanks for this initiative to eva-maria aigner and jonas oswald! please feel free to contact both of them for any further questions (see emails above!).

the action is registered, the police is informed about a participation of 20-30 people. we would like to invite you to be part of it. signs with demands against border violence or small speeches are very welcome!

the motivation for this event is based on the idea of setting a sign in public space – no matter how small it may be.

the action does not originate from any political party – we are a temporary association of „philosophers & artists against border violence“.

best wishes!

elisabeth

PS: At 17:30 on Friday, 06.03., Cross Border Solidarity organizes a demonstration „Transnationale Solidarität gegen Rassismus und Krieg“ / Location: Human Rights Square/Omofuma Monument (U2 Museumsquartier)

 

*02.03.2020

 


Habenaria Medusa

*18.02.2020

… Um eine Welt zu bilden, unterteilt der Tanz auch in sich Kontinente, die sich bewegen und ihre starken tektonischen Platten aneinander reiben. Die Entspannung Afikas antwortet in der Ferne der Festigkeit Asiens, Gestik, die den leeren Raum in Bewegung hält. Die Hand antwortet dem Fuß, der Nacken den Lenden, die Wimpern den Nieren, das Wasser dem Blick, der Schaum den Lippen, die Nasenlöcher, die einatmen, dem Rachen, der ausatmet, der Lack der abgezählten Nägel, dem Leder des Hohlkreuzes.

In jedem Tanz regt sich der Gliederbau dieser Erdteile und die Chorea einer lebendigen Geographie, wo die Erde sich erneut trennt und aufschwingt, genauso wie sie eines Tages Planet geworden ist, ein erratischer Block aus gebogenen und gefädelten Elementen, eine Ballung aus Schlamm und Lava, glühendes Magma, übereinander gleitende Plättchen, erhobene, sich in den Wind vertröpfelnde Wellen, Wasserfälle und Wirbelstürme, durchmischte Grundmassen und Nährlösungen, Bakterienballet.

(Jean-Luc Nancy, Ausdehnung der Seele, S. 38)

 

*17.02.2020
… Dennoch, immer und unter allen Räumen gibt es zuletzt, oder zuerst, gestampfte Erde: ein offener Platz, schon festgetreten, gepresst, eingeebnet, eine Fläche, wo man weder sät noch wohnt, sondern die nur ausgedehnt ist, gedehnt und aufgespannt wie eine Trommelhaut, wie das abgezogene Fell eines großen Tieres, dass man geschoren, geklopft, gegerbt, kräftig mit Schlägen bearbeitet hat, um es auseinander zu ziehen und geschmeidig zu machen, um es fügsam zu machen für den Rhythmus der Tänzer. Der Boden hat vom Tanz bereits die gespannte Elastizität: Es ist ein gespannter, rhythmisierter Boden, ein festgetretener und zertrampelter Boden, ein Boden der Passage und des Staubs, wie ein Straße, die auf sich selbst zurück führt, die Abfahrt in der Ankunft, wie ein Holzweg, der doch überall hinführt, ein Weg, der allein zu seiner Windung führt, ein Weltall, das sich allseits zu seiner eigenen Ausdehnung wendet.
Eine Art Kosmologie: Erde gestampft bis zum Boden, der sie zur Erde macht, erdig gemachte Erde, nicht gutsherrlich besessen, Territorium, nicht Landbesitz, ein ausgestrecktes, ausgestelltes, ausgeflossenes Territorium: ein erforschbarer und markierbarer, ein ununterteilbarer, zerschneidbarer, biegbarer und entspannbarer, aufblähbarer und zusammendrückbarer Raum. (Jean-Luc Nancy, Ausdehnung der Seele, S. 34)

 

*11.02.2020


How to become penfriend with my ecological footprint?
Wonderstudies with „Exposure to a community to come“. Many thanks to Alix Eynaudi, Jack Hauser, Sabina Holzer, Katrin Hornek, Elisabeth Schäfer, Sara Lanner, Brigitte Wilfing, Jeroen Peeters and Tanzquartier Wien.

 

*09.02.2020

 


Written during an “Exposure to a Community to Come”. Many thanks to Alix Eynaudi, Jack Hauser, Sabina Holzer, Katrin Hornek, Elisabeth Schäfer, Sara Lanner, Brigitte Wilfing, Jeroen Peeters and Tanzquartier Wien.

 


Written during an “Exposure to a Community to Come”. Many thanks to Alix Eynaudi, Jack Hauser, Sabina Holzer, Katrin Hornek, Elisabeth Schäfer, Sara Lanner, Brigitte Wilfing, Jeroen Peeters and Tanzquartier Wien.

 

*02.02.2020

From the
Little letter to support everyday poetry and dances 3
(Correspondens for the research lab at Tanzquartier Vienna: Exposer to a community to come
Further poetic cartographies and operations (regarding the mind-body and nature-culture continuum) II


From Natural, general and specific history of living acetabuiferous cephalopods, and fossils

 

…“But despite these terminologies, the really interesting and important point is, that art is recognized as a cultural practice in which the space between artistic action/ event and reception is a social space. This leads to a different way of thinking about spectatorship, reception, and public participation. Instead of being fixated on the work of art and its interpretation, one could look at the social situation in which art takes place. This would shift the order between subject/object, concept/matter and social/cultural conventions. A work of art does not just present a situation with images and words; it also establishes it. Instead of commenting on society with visual and verbal metaphors, it creates and performs the social relationship. “We all know the signification of a door. You enter or exit a space through it. But if one asks about the performativity of this door, one alludes to the situation established by this door: the door can connect, separate, or exclude.” (Perform (Art Works). Edited by Hoffman, J. and Jonas, J. London)

 

*26.01.2020

From the
Little letter to support everyday poetry and dances 2
(Correspondens for the research lab at Tanzquartier Vienna: Exposer to a community to come
Further poetic cartographies and operations (regarding the mind-body and nature-culture continuum) II

I found the magazine SCENARIO from Copenhagen Institute for Futers Studies with an article about Sisters Hope, which I found interesting, Sisters Hope is a Copenhagen-based performance-group and movement with an associated international troupe of performers from various backgrounds. Here is some more information about her project:
Sensuous City: 
https://www.idoart.dk/blog/enter-the-sensuous-city

 

Sensuous City by Sisters Hope.
Photo: I diana lindhardt.

 

*21.01.2020

Little letter to support everyday poetry and dances 1
(Correspondens for the research lab at Tanzquartier Vienna: Exposer to a community to come
Further poetic cartographies and operations (regarding the mind-body and nature-culture continuum) II


Johanna Kandl

I was happy Jack brought me to the exhibition of Johanna Kandl in the Belvedere in Vienna last weekend. 

She is tracing the materials she is working with to the socio-economic environment and people from where the materials come from. 

It was a good balance between art objects and information. I left the museum inspired, amazed with my senses more open.

 

She says: 
I noticed that the knowledge about materials is not enough. The knowledge of art history is detached from the history of the material.
Some works of art can only look like this because some materials have been discovered beforehand. The history of materials in art is a great history of economics, discoveries, conquests. A story in which an unbelievable number of fields of knowledge mix. I think that’s the attraction of the matter. You can do something that is one of the most beautiful in the world, namely meeting interesting people, questioning them and learning something.
When researching materials, you quickly come to socio-political questions. For example, the research on binders very quickly led me to get in touch with people who are politically very committed, namely in the way that, for example, they counteract the desertification in Africa, or are very committed to the preservation of the forests in Sumatra. You can get into a very interesting political discussion very quickly if you look at this topic. A very special impression was a mine in Slovakia, the red earth in Iran ect.
(in German))

This is how the exhibition was promoted: 

Where does madder grow? What is its connection with painting? Questions such as these are part of Johanna and Helmut Kandl’s repertoire as the Austrian artist couple explore the materiality of images: Alongside the subject of pictorial representation, painting and coloring agents of a work of art tell their own story of extraction, origin, and social embedding. Most organic painting materials are derived from plants. 

The first element of Johanna Kandl’s exhibition project, Material. What We Paint with and Why, is the garden in front of the Orangery of the Lower Belvedere. In collaboration with the Austrian Federal Gardens, she cultivated plants that are, in one way or another, used to produce painting materials, such as flax, pine, madder, mastic, and cactus – the latter being the preferred host of the cochineal, a scale insect, from which a dark red is obtained that was for a long time responsible for the red color in Campari and lipstick. Plants that produce these substances have also shaped the lives of the people whose livelihood depend on them as well as the shape of the surrounding landscape – madder in southern France in the nineteenth century, indigo in India, and pine in the southern part of Lower Austria, for example. To this day, some place names and colloquial expressions remain a testament to this close relationship such as the birthplace of Maria Lassnig, “Kappl am Krappfeld” (referring to the German name for madder), and expressions like “blau machen” (literally to “make blue”, meaning to “play hooky”) or “grün und blau schlagen” (the English equivalent to “beat black-and-blue”) that had their origins in the production of indigo. 
The garden was created in collaboration with the garden architect Jutta Fischel and the Austrian Federal Gardens.