Sabina Holzer '10
IT IS NOT THE PICTURE



Ihr seid tot und ich bin am Leben. Immer wieder zieht es mich zu Euch.
Leise will ich mich legen an Eure Seite. Schauen wo Ihr nicht mehr seid.
Denn mein Körper.
Vermeint Euren Atem zu spüren.
Und möchte sich hinwenden. Zu dem leisen. Das Unhörbare schenken.
Als Schwester hab ich begonnen. Kind bin ich gewesen, Tochter.
Bis ich mich vor den Gräbern verbeuge. Leise singe mit dem Wind. Liebende will ich sein.
Es bleibt nur das Lied und der Tanz. Die Stimme gebrochen. Die Sprache verzeichnet. Und sucht verzeihen. Verlässt sich auf sich selbst. Hat sich verlassen. Liebende sein.
Ohne Gebet ist die Aufmerksamkeit dem Lebendigen gewidmet. Dem Einatmen und Ausatmen. Dem Schwingen der Körper und Flächen.

Der Raum gibt die Grenze dem Grenzenlosem. Und hält die Zeit im Zaum.

Der Körper taumelt. Erinnerungsträume. Weiss nicht wie ihm geschieht.
Die Zeit und der Krieg sind durch mich gewandert. Das Grauen im verständnislosem Blut.
Schwarzes Blut.
Durchdringen mit Atem. Atem teilen. Herz zu Herz.
Wo gewogen, wie gewinnen. Im Beugen erkennt das Spiel seinen Gefährten.
Gefährtin will ich sein. Liebende.

Ihr seid tot und ich bin am Leben. Leise will ich liegen an Eurer Seite.
Hingewendet zu Leisem. Stimmen. Verstimmungen berühren.
Denn mein Körper vermeint diesen Atem zu spüren.
Als Kind, als Schwester, als Tochter und lange vor alledem.
Bin ich aus dem Grab gestiegen. Gebeugt vor dem Wind. Leise singend.
Es bleibt nur der Tanz. Vergänglich wie Du. Und widmet sich dem Leben.

Einatmen und Ausatmen. Dem Raum dazwischen. Dort schwingen die Körper und Flächen. Der Raum gibt die Grenze dem Grenzenlosen.
Reisen und Träumen. Hier sein, als ernster Versuch. Als liebstes Spiel. Als Kostbarstes.
Durch Erinnerungsträume taumeln. Durch Zeit und Krieg in die Zukunft. Hinaus.
Schwarzes Blut durchdringen mit Atem. Herz zu Herz.
Wiegen und geben.
Im Beugen verzeiht das Zittern der Liebe.

Denn Ihr seid tot und ich bin am Leben. Was will ich mehr. Als Leben sein.
Was will ich taumeln in Erinnerungsträumen und eigenem Spiel.
Der Atem fügt das Eine zum Anderem. Hinüber reicht ein Lied.
Ein Schritt zur Seite. Ein Beugen.

Die Sprache spielt sich leise und lacht mit dem Wind. Dort schwingen Körper und Flächen.
Die Zeit und der Krieg geht durch alle Zeit. Durch Schwestern und Töchter mit schwarzen Blut.
Das Grauen weiss nicht wie ihm geschieht. Der Raum hat die Zeit eingefangen.
Noch eine kleine Weile. Einem kleinem Tanz, ein kleines Lied.
Einem Sehnen in mitten der Ferne.

Herz zu Herz
den Atem finden.